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"Letzter Sonntag im November" (Jan Lipowski) (3/3) |
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Ich lasse mich morgens des öfteren per Stereoanlage wecken, normalerweise liegt auch angenehme Musik im Gerät.
Doch gegenüber einem Lied, welches den tendenziellen Spätaufsteher in mir ständig und zu früh aus den Träumen
reißt, beginnt man gewisse Aversionen aufzubauen, und es gefällt auch bald nicht mehr. Vielleicht sollte es das
von vornherein nicht? Ist die Musik zu angenehm bzw. der Sender zu leise eingestellt, schläft man weiter,
natürlich. Oder etwas unnatürlich, denn auch das Wecken mit Nachrichten aus dem Deutschlandfunk funktioniert bei
mir nicht, da ich die gehörten Texte in meine Träume einbaue und dann oft unter merkwürdigen Schlafphantasien
weiter dahindämmere.
Die leichte Verwirrung noch spürbar im Kopf, mittlerweile in einem netten Café sitzend, glaube ich, daß ich mich
an den neuen Tonträger "Frühlingskonzert im Auwald" erst noch gewöhnen muß oder mich anders wecken lassen sollte.
Es ist zudem nicht ideal, wenn man sich den "sound of nature" digital ins Zimmer holt, ein Hörerlebnis ist es
durchaus, doch kein reeller Ersatz. Tja, Ersatzbefriedigung wohin man auch schaut!
Doch ich lege ihn schnell wieder ab, den etwas zu arroganten "Rundum-Blick" in die Menge, den ich sicher auch
gestern trug - unklugerweise. Angenehm entspannt lehne ich mich zurück, schließe kurz die Augen, Stück für Stück
formt und ordnet sich das Erlebte im Hinterkopf, wo nun wieder Platz zu sein scheint. Die guten Lebensgeister
gewinnen endgültig die Oberhand, mir geht es besser. Gewinnend lächle ich eine Frau an. Noch besser! Sie lächelt
zurück. Gewonnen?
Es ist 1. Advent, und ich träume vom Frühling... Unter anderem!
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aus "Paralleluniversale Geschichten" (J. Lipowski, M. Bornitz) |
Teil: [1] [2] [3] |
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