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| Ein Erfahrungsbericht am Beispiel der 3.3 Megapixelkamera - Canon Powershot G1
Zugegeben - bereits die Überschrift ist nicht korrekt, denn ich sehe die Digitalkamera nicht als
Konkurrenz sondern eher als eine Ergänzung an. Zum ungezwungenen Experimentieren mit sofortiger
digitaler Verfügbarkeit hat die G1 eindeutige Vorteile gegenüber meiner "konventionellen Strahlenfalle"
(SLR), die natürlich auch (weiterhin) ihre Vorzüge hat.
Zu den Herstellerangaben sollen hier auch keine Ausführungen erfolgen - dafür einige kurze Anmerkungen zum Handling mit der
Digitalkamera. Der erste Eindruck war gut, der Funktionsumfang hoch, Bedienung und Menüführung dennoch
einfach. Weitere Notizen:
- (+) überzeugende Bildqualität, 16 MByte Standard-CF sind eindeutig zu wenig - Speicher gibt's
jedoch in fast allen Dimensionierungen bis hin zum 1 GB IBM Microdrive (sinnvoll erscheinen mir
ca. 96 MB CF),
- (+) ohne aufwendige Menüführung eine Vielfalt von Einstellmöglichkeiten
(deshalb sicher auch der Slogan "fast schon eine Spiegelreflex"...),
- (+) die Panorama-Funktion (aus Einzelbildern) ist genial, dieses
Beispiel
entstand aus 4 Einzelbildern (diesiges Frühlingswetter) mal schnell nebenbei vom Radl aus,
- (+) problemlose und schnelle Bildübertragung zum PC (via USB),
- (–) ein USB-Filesystem fehlt, die Canon-Software könnte etwas ausgefeilter sein,
- (+) sehr gut: dreh- und schwenkbares Display (natürlich optische Probleme bei starker Sonneneinstrahlung),
- (+) in Verbindung mit dem Fernauslöser (Standardzubehör) sind auch Selbstportraits
gut möglich,
- (–) kleine Probleme bei der Wahl von Bildausschnitten sowohl beim optischen Sucher
(starke Parallaxenfehler im Nahbereich) als auch beim Display (ungewohnt für SLR-Nutzer,
Schärfebeurteilung (bei Sonne!) schwierig - keine komfortabele Bildkomposition wie bei
einer SLR möglich),
- (–) nicht ganz präzise zu bedienender Zoom-Motor,
- (–) der Autofokus arbeitet m.E. nicht immer präzise!,
- (–) keine BULB-Einstellung bzw. Belichtungen über 8s möglich,
- (+) lichtstarkes Objektiv (2.0-2.5) bei 34-102 mm Brennweite (äquivalent zu KB) und
einstellbare 'Filmempfindlichkeit' 50-400 (äquivalent zu ASA),
- (–) Objektiv hat kein Standard-Filtergewinde (damit auch keine Schutzmöglichkeit, beim
Kameraeinsatz kommt man relativ schnell mal auf die Linse),
- (–) Kamera braucht nach Einschalten ca. 6 s bis zur Aufnahmebereitschaft,
- (+) der leistungsstarke Li-Ionen-Akku machte mir die Kaufentscheidung leichter, doch
die Anzeige der Akkukapazität könnte genauer sein.
Nach den ersten Testwochenenden habe ich z.B. die Erfahrung gewonnen, daß man bei der Digitalfotografie u.U.
etwas die Ehrfurcht vor dem Bild bzw. vor der Irreversibilität (irreversibel - "man kann aus einem Aquarium
rel. leicht Fischsuppe machen, das Gegenteil ist schon bedeutend schwieriger" :-) einer Belichtung verliert.
Da ein Bild quasi nichts mehr kostet (kein Filmmaterial notwendig,
keine Kosten für Entwicklung und zunächst auch nicht für den Abzug auf Fotopapier) 'knipst' man gern schnell
herum und produziert eine Menge Daten - die dann mühsam selektiert (und oft gelöscht) werden müssen. So werde
ich mir hier eine bessere Vorabplanung angewöhnen.
Jedoch habe ich die G1 ja hauptsächlich zum Experimentieren angeschafft, was auch grossen Spaß macht und z.B.
bei dyn. Bildern mit Bewegungsunschärfe oder für das Gewinnen bzw. Beurteilen der (zweidimensionalen oder der
monochromen - die G1 kann direkt auf SW eingestellt werden) Bildwirkung ist.
(So können vielleicht auch Polaroids für schnelle Tests substituiert werden.) Auch im Makrobereich erschließen
sich faszinierende Möglichkeiten, die durch die unkompliziert-schnelle Überführung der Bilder in eine digitale
Nachbearbeitung noch unterstrichen werden. Die schnelle/einfache Präsentation von Aufnahmen und kleinen
Filmsequenzen (auch die des aktuellen Sucherbildes) auf dem Fernsehbildschirm finde ich sinnvoll.
Als SLR-Fan stört mich (neben obigen Minuspunkten) ein wenig, daß die G1 wie eine [triviale] Kompaktkamera
aussieht :-/ und (besonderes neben (m)einer Spiegelreflex) recht einfach wirkt - was aber eigentlich nicht
entscheidend sein soll(te), da mir digitale SLR-Kameras noch (viel) zu teuer sind und ich auch nicht mit
zwei größeren Kameras losziehen möchte. Fazit: die kleine Digitale ist für mich eine sinnvolle - teilweise erweiternde -
Ergänzung!
Digitalkameraergebnisse finden sich bereits zum Teil in den Fotogalerien.
PS: Ich war zwar mit meiner ersten Digitalkamera G1 zufrieden...
PPS: ...habe den Wechsel zur Powershot G2 dennoch vollzogen.
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