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Etwas Namenshistorie: Lipowski (Ritter), Lipowo/Winniza (Galizien)
(Vgl. Wilhelm Graf von Krockow: ADELSNAMEN und Adelsnamen- Katalog Deutschland, Verlag Passiva Passau, Passau 1974, S. 70)
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Die Ritterschaften
wurden (dem Uradel folgend) geschaffen, um den Ansturm der Türken im Osten und der Mauren im
Westen abzuwehren (siehe unten). Mitte des 15.Jh. war der Ritterstand in Europa (darunter auch der Deutsche
Ritterorden) sehr verarmt bzw. verschuldet. Mit kaiserlicher Genehmigung wurde dazu übergegangen,
auch tüchtige Männer bürgerlicher Herkunft aufzunehmen - man sah von den überlichen Vorbedingungen
der Abstammung des Ritterkandidaten großzügig hinweg, wenn vom bürgerlichen Vater genügend Geld
eingebracht wurde. Gleiche Vorgänge lassen sich im slawischen Osten belegen. [Vgl. Wilhelm Graf
von Krockow: Adelsnamen, S. 12f.]
Laut dem preußischen Adelsgesetz vom 23.6.1920 sind die Titel »Fürst, Herzog, Markgraf, Graf,
Freiherr, Baron, Ritter, Edler« - wo sie bisher lediglich dem Familienoberhaupt zustanden -
als Teil des Familiennamens für alle Mitglieder der Familie zugewiesen. [Vgl. ebd., S. 18.]
Es sind mit 3.600 in Deutschland registrierten Adelsfamilien (siehe Genealogisches Handbuch
des Adels, C.A. Starke Verlag, Limburg) ca. 75% publiziert worden, da einige Familien keine
Motivation und/oder nicht die erforderlichen Unterlagen haben, sind die diese Zahlen ungenau.
[Vgl. ebd., S. 20.]
Ritter, der beritten und i.d.R. gepanzert in den Kampf ziehende Krieger. Für das antike
Rom Equites. Im Mitteralter der Angehörige des Ritterstandes, der durch die Gemeinsamkeit der
spezifischen ritterlichen Lebensform (Rittertum) bestimmt war. Aus dem Stand der unfreien
Ministerialen ab dem 11.Jh. durch den Waffendienst sozial aufgestiegen, wurde der Ritter in
staufischer Zeit zum Inbegriff des Adligen. [Quelle: MS LexiROM v2.0]
Rittertum (frz. chevalerie, engl. chivalry), die Gesamtheit der ritterlichen Kultur und
Lebensformen des hohen und späten Mittelalter, die im Minnesang und im höfischen Epos ihren
literarischen Niederschlag fanden. Das mit hohen Standesidealen versehene Rittertum entwickelte
sich zuerst in Frankreich und drang dann über Flandern und Burgund in das Heilige Römische Reich
vor. Vornehmste Aufgaben des sich an einer ritterlichen Tugendlehre orientierenden Ritters waren
der Minnedienst, der Schutz der Kirche und der Schwachen sowie der Kreuzzug. Der Kampf gegen die
›Heiden‹ führte zum Entstehen eines mönch.-asket. Rittertum neben dem weltl.-höf. (Ritterorden).
Die Erziehung des ritterbürtigen Knaben, die ihn auf den Zweikampf zu Pferde mit Schwert oder
Lanze vorbereitete (Turnier), aber auch geistig und musisch bildete, endete mit der Schwertleite
(Bekundung der Mündigkeit und Waffenfähigkeit), später mit dem Ritterschlag (festlicher Aufnahmeakt
in die Ritterschaft). [Quelle: MS LexiROM v2.0]
Ursprünge des Rittertums: Die germanischen Krieger, die im frühen Mittelalter Europa
überrannt hatten, kämpften noch zu Fuß. Erst zwischen 700 und 1000 n. Chr. wurden erstmals
berittene Truppen zum Schutz gegen einfallende islamische Völker, Wikinger und Magyaren
eingesetzt. Im 11.Jh. übernahm der Adel deren Ausbildung, unterrichtete in der Taktik des
berittenen Kampfwesens und entwickelte das Herren- und Lehnswesen des Feudalismus. Mit der Zeit
umgab das Rittertum ein Nimbus, der aristokratische Eigenschaften mit christlichen Tugenden und
Minne verband. Der ideale Ritter sollte – wie die Helden der epischen Dichtung – tapfer, loyal
und großzügig sein. Nach Meinung der Kirche sollte er sein Schwert in den Dienst der Armen und
Bedürftigen stellen und an den Kreuzzügen ins Heilige Land teilnehmen. Aus Südfrankreich kam
die Vorstellung, ein Ritter solle einer Dame von Stand dienen und ihr seine leidenschaftliche
Liebe schenken, auch wenn diese Liebe keine Aussicht auf Erfüllung hatte: Die Dame war meist
einem anderen versprochen oder verheiratet. Dieser ritterliche Ehrenkodex spiegelt sich in den
französischen Romanzen und Chansons de geste, die von Troubadours und Trouvères vorgetragen
wurden. Im 13.Jh. erlebte das Rittertum seine Blütezeit. Es breitete sich in ganz Europa aus
und beeinflußte die populäre Literatur. [Quelle: MS Encarta 97]
Aufnahme in den Ritterstand: Der Beruf des Ritters mußte erlernt werden. Mit ungefähr
sieben Jahren kam ein Junge in das Haus eines Ritters und diente dort bis zur Pubertät als Page.
Anschließend wurde er Knappe, diente seinem Herrn im Feld und erwarb kriegerische Fertigkeiten.
Im 12. Jahrhundert wurde er dann Ritter, wenn seine Meisterschaft im Umgang mit Waffen von einem
anderen Ritter anerkannt wurde. Dieser versetzte ihm einen harten Schlag mit der Faust oder der
flachen Seite seines Schwertes und nannte ihn „Herr Ritter“. Im 13.Jh. wurde diese Sitte durch
immer aufwendigere Zeremonien verdrängt. Ein Knappe mußte seine Rüstung – so wollte es die Kirche
– auf einen Altar legen und sie betend und fastend die Nacht über bewachen. Vor dem Anlegen der
Rüstung nahm er ein rituelles Bad. Ein hochrangiger Adeliger schlug ihn schließlich zum Ritter,
und er erwarb das Recht, Waffen zu tragen. Anschließend wurden ein Turnier und ein Fest abgehalten.
Turniere waren im 12.Jh. noch blutige Übungsschlachten. Im 13.Jh. wurden sie zu sorgfältig
organisierten Zweikämpfen um die Gunst der zusehenden Frauen, oft sogar mit stumpfen Waffen.
Da ein frisch zum Ritter geschlagener Knappe nicht nur für Rüstung und Schlachtroß, sondern auch
für die Ausgaben der kostspieligen Zeremonie selbst aufkommen mußte, waren immer weniger Knappen
zum Ritterschlag bereit. Die berittenen Truppen wurden deshalb in zunehmendem Maße aus Söldnern
und Landbesitzern gebildet, die mit ihrer Stellung als waffentragende Knappen zufrieden waren.
[Quelle: MS Encarta 97]
Die Verbreitung ritterlicher Ideale: Im späten Mittelalter wurde der Ritterstand immer
exklusiver. Es entstanden Ritterorden (im 14.Jh.) wie der Hosenbandorden in England und der
Orden vom Goldenen Vlies in Flandern. Der Titel wurde erblich, wie der eines Barons, Grafen oder
Herzogs, und kaum jemand hatte mehr Anspruch auf ihn. Da die wenigen verbliebenen Ritter jedoch
mächtig und bekannt waren, hatten die Ideale des Rittertums weiterhin starke Anziehungskraft.
La Vita nuova (ca. 1293, Das erneuerte Leben) von Dante zeigt, in welchem Ausmaß die Patrizier
von Florenz die Vorstellungen der höfischen Liebe übernommen hatten. Das Libro del Cortegiano
(1528; ins Deutsche übersetzt 1565, Das Buch vom Hofmann) von Castiglione beschreibt die
Übernahme vieler ritterlicher Tugenden durch die Kavaliere der Renaissance. William Caxtons
Übersetzung des Libre del l’orde de cavalleria (13.Jh., Buch vom Ritterstand; ins Englische
übersetzt unter dem Titel Book of the Order of Chivalry) von Lullus Raimundus führt die
ungebrochene Beliebtheit des Rittertums gegen Ende des 15.Jh. noch einmal vor Augen. Am Ausgang
des 16. Jahrhunderts, als sich der spanische Dichter Cervantes in seinem Roman Don Quixote
(Teil I 1605, Teil II 1615) über das Rittertum lustig machte, war es bereits im Niedergang
begriffen. An der Schwelle vom 18. zum 19.Jh. wurde es in der Romantik noch einmal für kurze
Zeit wiederbelebt. Der Rittertitel wird heute noch in mehreren europäischen Staaten verliehen.
[Quelle: MS Encarta 97]
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